Geschichte
Die vier Zeitalter
Von den ereanischen Historikern wird die Geschichte des Kontinents traditionell in vier große Zeitalter eingeteilt: Das sagenhafte Zeitalter der Feen. Das zweite Zeitalter, dass den Beginn der Besiedlung des Kontinents durch Elben und Zwerge markiert. Das sogenannte goldene Zeitalter, dass durch die Herrschaft der Menschen und die Vereinigung der Völker im Kaiserreich Mellanien geprägt ist. Und das gegenwärtige, vierte Zeitalter, das mit dem Einfall der Orks durch die Pforte von Orl beginnt.
Außerdem gibt es verschiedene Kosmogonien, die von der Erschaffung der Welt berichten und sich nach Kultur und Religion starkt unterscheiden. Daher wird an dieser Stelle nur auf die allen großen Kosmogonien gemeinsamen, kosmologischen* Aspekte eingegangen, die wegen ihrer Verbindung zur Magie auch für den Spielmeister von echtem Interesse sind.
*) Eine Kosmogonie berichtet von der Entstehung der Welt, während eine Kosmologie von der mythischen Ordnung der Welt kündet.
Kosmologie - Die Ordnung der Welt
Auch wenn sich in den verschiedenen Kulturen und Religionen des Kontinents verschiedene Meinungen über die Entstehungsgeschichte der Dinge und ihre Ordnung gebildet haben, gibt es einige Punkte in denen alle Überlieferungen übereinstimmen.
So datiert die erste Besiedlung Ereas auf einen nicht genau festzulegenden Zeitpunkt nach einem Ereignis, das von allen Völkern, und auch in den Chroniken der Feen, als "der große Schlaf" bezeichnet wird. In ihren ältesten Überlieferungen nehmen die Trolle für sich in Anspruch, die ersten gewesen zu sein, die erwachten als Bog sein Auge öffnete. Letzteres ist eine häufig genutzte Umschreibung der alten Völker für die erste Morgendämmerung und den Anbeginn der Zeit.
Nach allgemein anerkannten Vorstellungen kann das Universum in verschiedene, große Bereiche eingeteilt werden:
Diesseits, Jenseits, Dämmerwelt und die Welt der Götter. Hierbei ist unter dem Diesseits die Welt der Lebenden zu verstehen, so wie sie in diesem Atlas vorgestellt wird. Das Jenseits ist hingegen ein finsterer, unkartographierter Ort, in dem Dämonen und andere schreckliche Wesen hausen. Einige Kosmologien stellen das Jenseits auf der Unterseite der Erde auf dem Kopf stehend vor, aber darüber gibt es sehr verschiedene Ansichten.
Die Dämmerwelt ist das Reich der Feenwesen, eine Gruppe sehr alter Völker von denen gleich noch die Rede seien wird. Während Diesseits und Jenseits durch eine schier unüberwindbare Grenzen getrennt sind, liegen Diesseits und Dämmerwelt sozusagen Tür an Tür, und viele Feenwesen (sogar einige Sterbliche) besitzen die Gabe zwischen beiden Welten zu wechseln.
Die Götterwelt wiederum ist ein Bereich, der von den verschiedenen Kulturen ganz unterschiedlich dargestell wird, weshalb an dieser Stelle nicht weiter darauf eingegangen werden soll.
Einige Kosmologien weisen dem Reich der Toten einen eigenen Bereich im Universum zu, während andere das Totenreich der Götterwelt oder dem Jenseits zuordnen (der Ausdruck "Jenseits" sollte also nicht mit unserem gewöhnlichen Gebrauch von "Jenseits" verwechselt werden.
Erstes Zeitalter - Die Zeit der Feen
Es besteht allseitiges Einvernehmen darüber, dass die Welt in ihrer Jugend von Feen bevölert war, die deswegen auch die "alten" Völker genannt werden, im Gegensatz zu den "freien" Völkern, den Sterblichen.
Zu den Feen zählen so verschiedene Wesen wie Gnome, Schrate, Troll, Elfen und Pixies, wobei der Ausdruck "sterbliche" nicht zu der Ansicht verleiten darf, dass Feenwesen etwa unsterblich seien. Nur ist ihre Lebensspanne nach gewöhnlichen Maßstäben sehr viel Größer, und die Zeit in der Dämmerwelt vergeht sehr viel langsamer. Ein fröhlicher Tanzabend im Palast eines Feenkönigs kann leicht ein ganzes Menschenjahr im Diesseits bedeuten, aber es gibt kein erkennbares, festes Verhältniss zwischen der Zeit im Diesseits und der Zeit in der Dämmerwelt.
Die Gesänge der Trolle berichten von verkarsteten Landschaften mit tiefen Gräben und steilen Klippen am Anbeginn der Zeit. Von verstreuten Rinnsalen und fauligen Sümpfen, brodelnden Lavatümpeln und Wind zerfurchten Wüsten.In ihrer Blütezeit verwandelten die Trolle das Antlitz der Gayas, gruben Flüsse, schufen Seen, ebneten Gebirge und richten anderswo Schneebedeckte Gipfel auf. In dieser Zeit begegneten die Trolle den Schraten.
Die Trolle bekämpften die Schrate wie alle Wesen denen sie bislang begegnet waren, und beinahe hätten sie ihre schwächlichen Gegner besiegt. Doch brachten die Schrate etwas von jenseits der Zeit mit, was ihr Leben rettete, und das Antlitz Gayas für immer wandelte, den Wald.
Im Schutz der Wälder konnten sich die Schrate vor ihren scheinbar übermächtigen Feinden verstecken, und im Schatten der Bäume den Gegner überraschen. Noch heute meiden die Meißten Trolle dichte Wälder, nur das Geschlecht der Waldtrolle, die aus Vermischung von Schraten und Trollen hervorgingen, hegen und lieben die Bäume wie ihre Anverwandten.
Vor den Wäldern wichen die Trolle in die Gebirge, die Hügel und Moore aus. In den Hügeln begegneten die Trolle einem neuen Volk, noch kleinwüchsiger als die Schrate, das sich in Höhlen verbarg und seine körperliche Schwäche mit Einfallsreichtum und Klugheit ausglich. Die Trolle konnten dieser runzeligen Rasse in ihren Höhlenbauten nicht recht beikommen und mußten nach erbitterten Schlachten die Siedlungsgebiete dieses Volkes aufgeben und sich noch weiter in die Einöde zurückziehen. Das Volk, das die Trolle vertrieb, nannte sich G´Nome´Ees, und bis heute allgemein unter dem Namen Gnome bekannt.
Von diesen drei Völkern, so heißt es, stammen alle Feenwesen ab.
Zweites Zeitalter - Erwachen der Elben und Ankunft der Zwerge
Mit dem Erwachen der Elben kommt das Zeitalter der Feen zum seinem Ende. Der Zeitpunkt des Erwachens wird von den Gelehrten Linaïns auf das Jahr 2000 v.mZ datiert, doch gibt es darüber unterschiedliche Ansichten.
In den ältesten steinernen Tafeln ihrer ersten Überlieferungen berichten die Zwerge davon, daß sie weit vor den Elben aus dem großen Schlaf erwachten und ihre Urahnen sich lange Jahrhunderte unter den Felsen der östlichen Gebirge verbargen, bis ihre Stärke und Zahl groß genug war, den Boden Gayas für sich zu beanspruchen.
Als gesichert kann nur gelten, dass die Insel Avalyn in der Isselsee um 1033 v.Mz durch den mythischen Helden Béleth Mellanen besiedelt wurde, und dieses Jahr zählt gemeinhin als der Beginn des zweiten Zeitalters. Bis heute existiert auf Avalyn ein abgeschlossenes, elbisches Königreich, von dessen Pracht und Schönheit in vielen Liedern die Rede ist.
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Königin Samalien
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Wie auch immer sich das Erwachen der jungen Völker gestaltete, jedenfalls waren die Zwerge die ersten, die um 800 v.Mz duch die Pforte von Orl nach Erea einwanderten. Auf der Nûmûtrad, der Straße der Zwerge sollten noch viele Folgen, um sich zunächst im Khâg anzusiedeln, und bald darauf in den Noorbum. Auch die erste verbürgte Gründung einer noch heute bestehenden Stadt geht auf die Zwerge zurück. Thûle im hohen Norden ist die älteste Stadt Ereas.
Während dieser Zeit hatten die Elben begonnen, die Ufer der Isselsee zu besiedeln. Schon früh hatte Avalyn Satelitenhäfen an der Küste der heutigen Yrkabeg errichtet. Doch je weiter westlich die Städte gegründet wurden, desto freier sahen sie sich selbst. So kam es zwischen 300 und 150 v.mZ zu wiederholten Kriegen zwischen dem Königreich Avalyn, und den jungen, auf ihre Unabhängigkeit bedachten Siedlungen an auf dem Festland.
Erst gegen Ende des zweiten Zeitalaters kommt es zur Gründung eines größeren, elbischen Reiches auf dem Kontinent, das weit über die Teritorien einzelner Stadtstaaten hinausgeht. Das Königreich Fandom an der Mündung des Don sollte jedoch nur knapp 150 Jahre bestand haben, bevor es von den Menschen hinweggefegt wurde.
Drittes Zeitalter - Das Kaiserreich Mellanien
Rund hundert Jahre vor Beginn der Zeitrechnung wird der Kontinent durch den Einfall berittener Barbaren erschüttert. Wie einst die Zwerge, doch in viel größerer Zahl durchqueren Sie die Pforte von Orl und nehmen in wenigen Jahrzehnten die Ebenen des Kontinents in Besitz. Unter dem Druck der Eroberer werden die Elben des Kontinents in die Wälder im äußersten Westen verdrängt und schließen sich unter Faraniel Linain zu einem Schutz- und Trutzbündnis zusammen. Die Zwerge ziehen sich tief ins Gebirge zurück. Es entstehen mächtige Zwergenfestungen wie Gathol Barazukû, Gabar Gathol und Dum Mibam.
Dem sagenhaften Hochkönig Fin Culaggan gelingt es, die zersplitterten Stämme zu einen und so die Herrschaft der Menschen über den Kontinent zu begründen. Es ist aber nicht allein rohe Gewalt, mit der Culaggan die elbischen und zwergischen Völker unterwirft. Durch kluge Heirat mit der elbischen Prinzessin Anathel Miriannen gelingt es ihm, die Königliche Linie mit dem Schicksal der Elben und dem sagenumwobenen Béleth Mellanen zu verbinden. Von dessen Namen leitet er auch den seines Reiches ab. Mit der Gründung des Kaiserreichs Mellanien beginnt eine neue Zeitrechnung und das dritte Zeitalter, das als das "goldene" in die Geschichtsschreibung eingehen soll.
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Das Kaiserreich Mellanien um 300 mZ.
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In den folgenden 400 Jahren erlebt der Kontinent eine Zeit des Friedens und der Blüte. Zwar gibt es besonders unter den Zwergen, aber auch unter Elben und Menschen, immer wieder Intrigen gegen den Kaiserlichen Hof in Kaletum, doch aufs ganze gesehen sind sie ohne Bedeutung. Die Königliche Linie bleibt sogar fünfhundert Jahre ungebrochen, bis die Thronbesteiung von Kaiser Harl "dem Bastard" Zwietracht und Uneinigkeit über die Erbfolge unter den Edlen Ereas begründet.
Von der kaiserlichen Hauptstadt Kaletum (dem heutigen Câmelot) sagt man um 300, die Dächer seien mit Gold gedeckt. Aber auch die anderen großen Städte des Kontinents sind prächtig anzusehen, und wetteifern um den Titel der schönsten Metropole.
Die Feenwesen dagegen, die während des zweiten Zeitalters noch weitgehend ungehindert über die Ebenen und durch die Täler und Wälder streifen konnten, verbergen sich vor den Menschen, die ihnen laut, besitzergreifend und zerstörerisch erscheinen. Viele von Ihnen fliehen nach Westen ins heutige Westlom, und auf die Insel Irûn, einer der wenigen Orte, die kein Mensch zu betreten wagt, dem an seinem Leben gelegen ist.
Viertes Zeitalter - Einfall der Orks und Ende des goldenen Zeitalters
Um das Jahr 580 erreichen erste, vage Nachrichten vom Auftreten eines fremden Volkes jenseits der Pforte von Orl den kaiserlichen Hof. Das Kaiserreich ist zu diesem Zeitpunkt bereits am zerfallen, die Edlen sind zerstritten und der Glanz von einst ist dahin.
Als die Orks im Jahr 609 durch die Pforte nach Erea einfallen, noch zahlreicher und noch wilder als einst die Menschen, fegen Sie die morschen Strukturen im Sturm hinweg.
In nur fünf Jahren erobern die Orks die menschlichen Königreiche an der Küste der Isselsee und stehen 614 zum ersten Mal mit einem großen Herr vor Kaletum (Orkische Legenden behaupten, der erste Sturm auf Kaletum habe sich in nur drei Monaten vollzogen, aber das ist natürlich Unsinn). Zwar gelingt es schließlich sie mit vereinten Kräften aus Callon und Donegen zu vertreiben, und in die Yrkabeg zurückzudrängen, aber das Ende des Kaiserreiches ist damit besiegelt.
Im Jahr 650 erobern die Orks schließlich die kaiserliche Hauptstadt Kaletum und plündern sie sieben Tage lang. Die Könige der Einzelstaaten werden, bis auf Dain Barazuk, der Herrscher der Noorbum, zur Unterzeichnung des "Vertrags von Kaletum" gezwungen. Darin wird den Orks der Kaisertitel und die Anerkennung eines 'heiligen mellanischen Reiches orkscher Nation' (HMRON) zugesichert.
An der Spitze des orkischen Heeres steht dabei eine der Herausragensten Persöhnlichkeiten der ereanischen Geschichte, der spätere Kaiser Azakhan im Basad Awafatakh. Unter seiner Führung entsteht ein straff organisiserter Staat, dessen Kriegerkaste (Uruk Hai), die Stammesfehden und internen Konflikte unter Kontrolle hält.
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Azakhan i'm Basad, genannt der Erneuerer
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Vielleicht noch bedeutender als seine Rolle als Heerführer und Staatsmann ist jedoch die des Religionsstifters. Der Azakhanelismus ist die einzige bedeutende monotheistische Religion Ereas, und verdrängt rasch die Schamanistischen Traditionen der orkischen Bevölkerung, auch wenn auf dem Land oft Mischformen entstehen.
Heute ist das orkische Kaiserreich militärisch und wirtschaftliche die dominierende Nation auf dem Kontinent. Zwar ist die Grenze nach Callon nach wie vor geschlossen, doch die Zwerge des Khâg unterhalten schon seit längerem rege Handelsbeziehungen mit Okhalabad. In Donegen, das selbst wirtschaftlich am Boden liegt und von blutigen Fehden der Fürstengeschlechter gebeutelt wird, fürchtet man zwar die Orks in erinnerung an die grausamen Jahre des Krieges, doch kann man sich des Austauschs mit Ihnen nicht völlig verschließen.
Obwohl Furcht, Voruteile und Ressentiments noch immer stark sind, trifft man in den Städten Donegens immer häufiger auf orkische Händler und Abentheurer. Und ab und an hört man von einem Wahnsinnigen oder Mutigen, der sich aufmacht nach Osten, auf den weiten gefährlichen Weg zu den unbekannten Ländern jenseits der Pforte von Orl. Doch von dort ist noch niemand zurückgekehrt.